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DIAGNOSE REIZDARM

Kommen Ihnen diese Beschwerden bekannt vor?

  • Chronische, länger als drei Monate anhaltende, darmbezogene Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Blähungen), die in der Regel mit Veränderungen im Stuhlgang einhergehen
  • aufgrund der Symptomatik eine relevante Beeinträchtigung der Lebensqualität
  • keine für andere Krankheitsbilder charakteristischen Veränderungen, die die Symptome erklären könnten

Häufigkeit

Das Reizdarmsyndrom ist die am häufigsten gestellte gastrointestinale Diagnose weltweit. In den westlichen Industriestaaten liegt die Prävalenz der Bevölkerung bei rund 15 %. Etwa 50 % der Patient*innen mit Magen-Darm-Beschwerden leiden unter dem Reizdarmsyndrom. Frauen sind dabei deutlich häufiger betroffen als Männer.

SIBO - HÄUFIGE URSACHE, SELTEN DIAGNOSTIZIERT

Bei rund 70 % der Reizdarm-Betroffenen liegt eine SIBO (small intestine bacterial overgrowth), d.h. eine bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarms, als Ursache zugrunde. Dabei gelangen Bakterien, die normalerweise den Dickdarm besiedeln, in den Dünndarm.

Eine bakterielle Dünndarmfehlbesiedelung sollte immer dann in Betracht gezogen werden, wenn …

… gängige Untersuchungen (Blut- und Stuhlanalysen sowie weitere Ausschlussdiagnostik) keine Klarheit über die Ursache der Reizdarmsymptome bringen.

… Sie mit Therapieempfehlungen wie psychotherapeutische Maßnahmen, die Gabe von Prä- oder Probiotika, Darmkuren oder Darmsanierung, mehr oder weniger Ballaststoffe, Vollwertkost usw. kaum bis wenig Erfolge erzielen konnten.

WIE ENTSTEHT EINE SIBO?

Im Gegensatz zum Dickdarm beherbergt der Dünndarm nur einen Bruchteil der intestinalen Bakterienflora. Gelangen die Dickdarmbakterien nun vermehrt in Bereiche des Dünndarms und gehen dort ihren regulären Aufgaben nach, kann dies eine Reihe an Problemen mit sich ziehen.

Da wichtige Bestandteile aus der Nahrung im Falle einer SIBO nun zu früh von den Bakterien verdaut werden, kann dies bei den Betroffenen nicht nur in einer Unterversorgung an Kalorien, Vitaminen und Mineralstoffen resultieren, sondern auch zu einem vermehrten Anstieg an "Luft im Bauch". Die Bakterien produzieren nämlich als Nebenprodukt Gase wie Wasserstoff und Methan.

Durch die nun enorm erhöhte Menge an "Futter" steigt dementsprechend auch das Gasvolumen an. Das sind dann die Blähungen, die so viele Menschen mit dem Reizdarm plagen.

KLARHEIT DURCH DEN SIBOLAB ATEMGASTEST

Durch eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien wurde bestätigt, dass in den meisten Fällen fehlbesiedelte Bakterien im Dünndarm die Reizdarmbeschwerden auslösen.

Die bisher einfachste und effektivste Methode SIBO zu diagnostizieren ist ein Atemtest. Da die problemverursachenden Bakterien Gase produzieren, die über die Lunge abgeatmet werden, kann man eine Fehlbesiedlung dieser Mikroorganismen über den Atem messen.

Als Testsubstanz wird Laktulose verwendet. Diese kann unter normalen Umständen nicht vom Dünndarm verdaut und aufgenommen werden. Im Falle einer Dünndarmfehlbesiedelung wird die Laktulose jedoch von Bakterien fermentiert. Als Folge entstehen Gase wie Wasserstoff und / oder Methan. Mithilfe des Sibolab Atemgastests können diese Gase erfasst werden, da sie über das Blut in die Lunge abtransportiert werden.

LOKALISATION DER SIBO BESTIMMEN

Mit dem Sibolab Atemgastest haben Sie beim Vorliegen einer SIBO auch die Möglichkeit, die ungefähre Lokalisation der bakteriellen Fehlbesiedelung zu erfassen. Damit können Sie den Schweregrad der Erkrankung besser einschätzen. Das ermöglicht Ärzten und Therapeuten auch, Ihren Patient*innen ein passgenaueres Therapiekonzept zu erstellen und eine Auswahl von Lebensmitteln zur Verfügung zu stellen, die für Ihren Patienten oder Ihre Patientin in der aktuellen Situation verträglich sind.